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By: edward

Dina ‚Toni’ Eschwege (geb. 3. März 1873 in Bamberg), Tochter von Emanuel Eschwege und Ernestine Blumenthal), heiratete im Februar 1905 in ihrer Geburtsstadt den Kaufmann Georg Götz (geb. 12. April 1870 in Kobylin, Provinz Posen). Ihr Sohn Heinz erblickte im November 1905 in Sonneberg (Thüringen) das Licht der Welt. Im Frühjahr 1906 zogen die Eheleute nach Chemnitz, wo sie sich einige Jahre später eine Wohnung im ersten Obergeschoss in einem repräsentativen Haus in der Kaßbergstraße 22a bezogen. Ihre Kinder Gerda Philippine und Ralf Jakob wurden dort 1908 bzw. 1913 geboren. 1911 starb unerwartet ihr Sohn Heinz, in Gedenken an ihn seine Eltern die „Heinz-Götz-Stiftung“ zur Unterstützung armer jüdischen Kinder. Georg Götz war Kaufmann und Unternehmer, er unterstützte auch die Arbeit jüdischer Wohltätigkeitsvereine. Toni gehörte dem Israelitischen Frauenverein bis zu dessen Auflösung im Juni 1939 an. Bereits vor 1920 wurde Georg Götz Inhaber des Kaufhauses Gebrüder Böhm in der Gartenstraße 3 (wo jetzt das Karl-Marx-Monument steht). Er starb am 18. Dezember 1933 und wurde als einziger in dem Familiengrab auf dem Israelitischen Friedhof in Chemnitz-Altendorf beigesetzt. Nach seinem Tode führte Toni Götz das Geschäft weiter, das im April 1933 auf die „Liste jüdischer Geschäfte, Rechtsanwälte und Ärzte“ stand, die von der Chemnitzer Bevölkerung boykottiert werden sollten. 1937 wurde es als Kaufhaus Fa. Hochhuth & Co „arisiert“.

Im Oktober 1938 beschlagnahmte die Gestapo das Haus Kaßbergstraße 22a, als ihr örtlicher Hauptwohnsitz. In fünf Kellerräumen und in dem Gartenhaus befanden sich berüchtigte Folterzellen (das Haus wurde während der Luftangriffe am 5. März 1945 zerstört). Toni Götz und ihr Sohn Ralf wurden gezwungen umzuziehen. Sie wohnten nun in der Germaniastraße 11 (jetzt Rudolf-Breitscheid-Straße).

Ihren zweiten Ehemann, Israël van Voolen (geb. 22. April 1875 in Amsterdam), hatte Toni Götz vermutlich durch seinen Sohn Maurits van Voolen (25. August 1909 in Haarlem – vor April 1944 in Ghetto Warschau) kennen gelernt, der im Auftrag seines Vaters Warenhäuser in Deutschland bereiste und seit dem 25. Mai 1934 mit der Chemnitzerin Amalia ‚Mally’ Rosenfeld (28. Oktober 1912 in Chemnitz - 3. September 1943 in Auschwitz) verheiratet war. Toni Götz hatte Israël van Voolen Anfang 1939 geheiratet.

Die katastrophale Situation der Juden in Deutschland veranlasste Israël van Voolen, seine Ehefrau und deren Sohn Ralf im Februar 1940 nach Holland zu holen, was sich nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 als äußerst schwierig herausstellte. Dort haben sie sich intensiv um Ausreisevisa nach New York bemüht, wo Tonis Tochter, Gerda Götz (10. Oktober 1908 in Chemnitz - 28. August 2008 in New York), seit dem Novemberpogrom 1938 mit ihrem Mann, Ernst Freitag, lebte. Israël und Toni van Voolen-Götz zogen nach Rotterdam, Mathenesserweg, um. Von ihrem letzten Wohnort, Burgemeester Meineszlaan 36a, Rotterdam aus wurden sie in das Durchgangslager Westerbork gebracht und von dort am 2. November 1942 nach Auschwitz deportiert. Dort wurden sie sofort nach Ankunft am 5. November 1942 ermordet. Auch in Rotterdam wurden 2015 Stolpersteine für sie verlegt.